DNS Einträge einfach erklärt: A, CNAME, MX und TXT
Die Domain liegt bei einem Anbieter, der Webspace bei einem anderen. Oder Sie wollen Ihre Postfächer zu einem Maildienst verlegen. Dann heißt es plötzlich: Tragen Sie einfach diese DNS Einträge ein. Im Kundenmenü sehen Sie eine Tabelle mit Abkürzungen wie A, CNAME und MX, und ein falscher Klick legt die Seite oder die Mails lahm. Dabei brauchen Sie für eine normale Webseite mit E-Mail nur fünf Arten von Einträgen, und die sind schnell verstanden.
Müssen Sie hier überhaupt weiterlesen? Liegen Domain, Webspace und Postfächer beim selben Anbieter, hat er alle DNS Einträge schon richtig gesetzt. Dann gibt es nichts zu tun, und Sie können hier aufhören. Selbst DNS Einträge setzen müssen Sie nur in drei Fällen:
- Domain und Webspace liegen bei verschiedenen Anbietern.
- Sie wollen Ihre Mails zu einem anderen Dienst verlegen.
- Ein Dienst bittet Sie, einen Eintrag zur Bestätigung zu setzen.
Sie wollen die Einstellungen nicht selbst anfassen? Fragen Sie den Support des Anbieters, bei dem die Domain liegt. Viele tragen die Werte auf Anfrage für Sie ein. Sie müssen nur sagen, wo Webseite und Postfächer liegen sollen.
DNS funktioniert wie ein Telefonbuch
Computer finden sich im Internet über Zahlen, die IP-Adressen. Menschen merken sich lieber Namen. DNS, das Domain Name System, übersetzt zwischen beiden. Es funktioniert wie ein Telefonbuch: Sie schlagen einen Namen nach und bekommen eine Nummer.
Jede Zeile in diesem Telefonbuch ist ein DNS-Eintrag, auf Englisch Record. Für Ihre Domain bestimmen Sie selbst, was darin steht. Das geschieht im Kundenmenü des Anbieters, bei dem die Domain liegt. Dort heißt der Bereich meist DNS-Einstellungen, DNS-Verwaltung oder Zoneneditor.
Die wichtigsten DNS Einträge im Überblick
Es gibt viele Arten von Einträgen. Für eine normale Webseite mit E-Mail brauchen Sie nur fünf, und jeder hat genau eine Aufgabe:
- A-Record: Wo liegt die Webseite?
- CNAME: Welcher Name zeigt auf einen anderen, etwa www?
- MX-Record: Wohin gehen die E-Mails?
- TXT-Record: Nachweise für andere Dienste und Schutz vor gefälschten Mails
- NS-Record: Bei welchem Anbieter stehen alle Einträge?
A-Record: wo die Webseite liegt
Der A-Record verbindet Ihre Domain mit der IP-Adresse des Webservers. Ruft jemand Ihre Domain auf, schaut der Browser hier nach. Die richtige IP-Adresse finden Sie im Kundenmenü Ihres Webhosters. Für neuere IPv6-Adressen gibt es den gleichwertigen AAAA-Record.
CNAME: ein Name, der auf einen anderen zeigt
Ein CNAME ist eine Weiterleitung im Telefonbuch: „Für www.beispiel.de schauen Sie bitte unter beispiel.de nach.“ So müssen Sie die IP-Adresse nur an einer Stelle pflegen. Viele Dienste verlangen einen CNAME, wenn Sie eine Subdomain wie shop.beispiel.de mit ihnen verbinden.
MX-Record: wohin die E-Mails gehen
MX steht für Mail Exchanger. Dieser Eintrag sagt anderen Mailservern, wo Post für Ihre Domain abgegeben werden soll. Die Zahl davor ist die Priorität. Gibt es mehrere MX-Einträge, wird zuerst der mit der kleinsten Zahl versucht. Wer einen MX-Record einrichten muss, bekommt die Werte vom Maildienst.
TXT-Record: Notizen für andere Dienste
Ein TXT-Eintrag enthält beliebigen Text. Er wird vor allem für zwei Dinge genutzt. Erstens zum Nachweis, dass Ihnen die Domain gehört, etwa wenn ein Dienst Sie bittet, einen bestimmten Code einzutragen. Zweitens für den Schutz Ihrer E-Mails. Die Einträge SPF, DKIM und DMARC legen fest, welche Server in Ihrem Namen Mails verschicken dürfen. Fehlen sie, landen Ihre Mails häufiger im Spam.
Ein SPF-Eintrag sieht zum Beispiel so aus: v=spf1 include:_spf.anbieter-b.de ~all. Übersetzt heißt das: Mails von dieser Domain dürfen von den Servern kommen, die Anbieter B unter _spf.anbieter-b.de auflistet. Mails von allen anderen Servern sollen als verdächtig gelten, dafür steht das ~all am Ende. Ein -all würde sie ablehnen lassen. Den genauen Wert für Ihren Anbieter finden Sie in dessen Hilfe. Pro Domain darf es nur einen SPF-Eintrag geben. Nutzen Sie zwei Dienste zum Versenden, kommen beide in dieselbe Zeile.
NS-Record: wer das Telefonbuch führt
NS steht für Nameserver. Dieser Eintrag bestimmt, bei welchem Anbieter das Telefonbuch Ihrer Domain überhaupt liegt. Ändern Sie ihn nur, wenn Sie die gesamte DNS-Verwaltung zu einem anderen Anbieter verlegen wollen. Danach gelten die Einträge beim alten Anbieter nicht mehr.
Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, Ihre Domain beispiel.de liegt bei Anbieter A, Ihr Webspace mit Postfächern bei Anbieter B. Dann tragen Sie bei Anbieter A die Daten von Anbieter B ein.
Das @ steht für die Domain selbst, ohne www davor. Die Werte im Beispiel sind Platzhalter. Ihre echten Werte nennt Ihnen Anbieter B im Kundenmenü oder in seiner Hilfe.
So ändern Sie DNS Einträge, ohne etwas kaputtzumachen
- Bestand festhalten. Machen Sie einen Screenshot der aktuellen Tabelle, bevor Sie etwas ändern. Damit können Sie jeden Fehler rückgängig machen.
- Nur ändern, was Sie verstehen. Lassen Sie Einträge stehen, deren Zweck Sie nicht kennen, bis Sie es wissen. Ein gelöschter TXT-Eintrag kann eine Anbindung lahmlegen, an die niemand mehr denkt.
- Werte kopieren statt abtippen. Ein falscher Punkt am Ende oder ein Tippfehler in der IP-Adresse reicht, damit nichts mehr geht.
- Geduld haben. Änderungen brauchen Zeit, bis sie überall angekommen sind.
- Testen. Rufen Sie die Seite auf und schicken Sie eine Testmail an Ihre Adresse, am besten von einem fremden Konto.
Warum Änderungen nicht sofort wirken
Damit nicht bei jedem Aufruf neu im Telefonbuch geblättert werden muss, merken sich Provider und Rechner die Antwort eine Weile. Wie lange, bestimmt der TTL-Wert, die „Time to live“, angegeben in Sekunden. Steht dort 3600, wird die Antwort bis zu einer Stunde zwischengespeichert. Nach einer Änderung sehen manche Besucher deshalb noch eine Zeit lang den alten Stand. Kurze Erklärungen zu TTL, Nameserver und DNSSEC finden Sie auch im Webhosting Glossar.
Wenn Sie einen Umzug planen, senken Sie den TTL-Wert einen Tag vorher auf einen kleinen Wert. Dann greift die spätere Umstellung schneller. Mehr dazu in der Anleitung Website umziehen.
Typische Fehler bei DNS Einträgen und ihre Folgen
MX-Eintrag vergessen. Die Webseite läuft beim neuen Anbieter, aber Mails gehen noch zum alten oder kommen gar nicht an.
Doppelte A-Records. Zwei A-Einträge mit verschiedenen IP-Adressen führen dazu, dass Besucher mal die alte, mal die neue Seite sehen.
www nicht bedacht. beispiel.de funktioniert, www.beispiel.de nicht. Es fehlt der CNAME oder A-Record für www.
Nameserver geändert, Einträge nicht übernommen. Wer die NS-Einträge umstellt, muss alle anderen Einträge beim neuen Anbieter neu anlegen.
Häufige Fragen zu DNS Einträgen
Wie lange dauert es, bis ein neuer DNS-Eintrag wirkt?
Meist zwischen wenigen Minuten und einigen Stunden, abhängig vom TTL-Wert. In seltenen Fällen bis zu einem Tag.
Kann ich durch eine falsche Einstellung meine Domain verlieren?
Nein. Die Domain bleibt Ihre. Ein falscher Eintrag macht Seite oder Mail nur unerreichbar, bis Sie ihn korrigieren.
Brauche ich SPF, DKIM und DMARC?
Wenn Sie Mails mit Ihrer Domain verschicken, ja. Große Mailanbieter sortieren Mails ohne diese Einträge eher aus. Ihr Hoster nennt Ihnen die passenden Werte.
Wo finde ich die IP-Adresse meines Webspace?
Im Kundenmenü des Webhosters, meist unter den Angaben zum Tarif oder zum Server. Steht sie dort nicht, fragen Sie den Support.
Was ist der Unterschied zwischen Domain-Umzug und DNS-Änderung?
Beim Domain umziehen wechselt der Anbieter, der die Domain verwaltet. Bei einer DNS-Änderung bleibt die Domain, wo sie ist, und zeigt nur auf einen anderen Server.
Wie es weitergeht
Mit den fünf Einträgen A, CNAME, MX, TXT und NS verstehen Sie fast jede DNS-Tabelle. Wenn Sie noch keine Domain haben, beginnen Sie bei Domain registrieren. Wie Domain, Endung und Subdomain zusammenhängen, erklärt die Seite Was ist eine Domain.
Die häufigste Aufgabe nach dem ersten DNS-Kontakt sind Postfächer mit der eigenen Domain. Dort kommen MX- und TXT-Eintrag zum Einsatz.