Website Header

Kostenloses Webhosting oder doch nur Abzocke?

Kostenloses Webhosting klingt nach einem guten Geschäft. Es ist meistens keines. Wer nichts verlangt, verdient sein Geld an anderer Stelle, und diese Stelle findet man erst, wenn der Vertrag schon läuft.

Ein häufiges Muster: Die Einrichtungsgebühr entfällt, dafür liegen die laufenden Kosten für das Webhosting deutlich über dem üblichen Preis. Bei den Extras bleibt wenig übrig. Oft beginnen die Probleme schon bei der Domain: Statt einer „.de“-Adresse gibt es Endungen wie „.de.vu“, weil die den Anbieter nichts kosten.

Kostenloses Webhosting: wie die Kostenfalle zuschnappt

Für viele Kunden ist die Adresse allein schon ein Ausschlusskriterium. Die Werbung führt sie trotzdem hin, und die Mängel fallen zunächst gar nicht auf.

Steckt man im Vertrag, bleibt kaum etwas anderes übrig, als teurere Zusatzangebote zu buchen. Eine ordentliche Domain, ausreichend Webspace, notwendige Funktionen: alles kostet extra. Genau dafür war der kostenlose Einstieg gedacht.

Rein rechnerisch kann es auch nicht anders sein. Ein gebührenfreier Anbieter muss seine Server bezahlen, seine Leitungen und seine Leute. Kommt das Geld nicht vom Kunden, kommt es aus Werbung, aus Nachbuchungen oder aus dem Weiterverkauf von Daten.

Was ein seriöses Paket bietet

Mittlerweile gibt es Angebote für circa fünf Euro im Monat. Darin ist in der Regel mindestens eine „.de“-Domain enthalten, dazu zwischen 100 und 200 MB Webspace und viele weitere Extras.

Oft gehören PHP, CGI und MySQL dazu. Viele Webhoster bieten zusätzlich bis zu 50 E-Mail-Adressen mit eigenen Postfächern und teilweise bis zu 100 Subdomains, ohne Aufpreis. Bei einem „kostenlosen“ Anbieter zieht jede dieser Funktionen eine eigene Gebühr nach sich.

Woran Sie einen unseriösen Anbieter erkennen

Lesen Sie nach, welche Optionen enthalten sind und welche extra berechnet werden. Diese Liste steht selten in der Werbung, aber immer in den Vertragsbedingungen.

Von unbekannten Anbietern, die keinen seriösen Eindruck machen, sollten Sie Abstand nehmen. Eine Empfehlung aus dem Bekanntenkreis wiegt mehr als jede Anzeige. Suchen Sie zusätzlich nach Test- und Erfahrungsberichten. Vor manchen Firmen wird im Netz seit Jahren gewarnt, andere werden von vielen Nutzern empfohlen.

Achten Sie besonders auf drei Punkte im Kleingedruckten: die Vertragslaufzeit, den Preis nach Ablauf eines Aktionszeitraums und die Kündigungsfrist. Dort steckt bei kostenlosem Webhosting meistens der eigentliche Preis.

Wann kostenloses Webhosting doch taugt

Es gibt Fälle, in denen ein Gratistarif genau richtig ist. Wer HTML lernt und eine Übungsseite braucht, muss dafür nichts bezahlen. Wer ein Skript testen will, bevor es auf den richtigen Server kommt, ebenso.

Der Unterschied liegt in der Absicht. Ein Testplatz darf verschwinden, ohne dass Schaden entsteht. Eine Firmenseite darf das nicht. Sobald Kunden die Adresse notieren, verlassen Sie den Bereich, in dem ein kostenloses Angebot ausreicht.

Prüfen Sie deshalb vor der Anmeldung eine einzige Frage: Würde es weh tun, wenn diese Seite morgen offline ist? Lautet die Antwort ja, nehmen Sie ein bezahltes Paket.

Häufige Fragen zum kostenlosen Webhosting

Gibt es überhaupt seriöses kostenloses Webhosting?

Für reine Testzwecke ja. Wer eine Seite dauerhaft betreiben will, fährt mit einem bezahlten Paket besser, weil Leistung und Preis dort nachlesbar festgelegt sind.

Was ist das Problem an einer „.de.vu“-Adresse?

Sie gehört Ihnen nicht und wirkt unprofessionell. Ein Wechsel später bedeutet, dass alle bisherigen Verweise auf Ihre Seite ins Leere zeigen.

Kann ich von einem kostenlosen Anbieter wechseln?

Technisch ja. Schwierig wird es bei der Adresse: Gehört die Domain dem Anbieter, geht sie beim Wechsel verloren.

Woran erkenne ich versteckte Kosten?

An der Preisliste für Zusatzleistungen. Fehlt sie auf der Webseite, ist das selbst schon eine Antwort.

So finden Sie einen passenden Anbieter

Vergleichen Sie nicht den Startpreis, sondern was nach einem Jahr fällig wird. Welche Punkte dabei zählen, steht hier: Jetzt den passenden Webhoster finden. Wer gar keinen eigenen Server betreiben möchte, findet im Homepagebaukasten-Vergleich eine Alternative.