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Tipps zur Wahl des richtigen Webhosters

Der billigste Anbieter ist selten der günstigste. Was ein Tarif wirklich kostet, zeigt sich erst bei der zweiten Rechnung, und ob der Support taugt, merkt man am Tag der ersten Störung. Beides steht nicht im Werbetext.

Diese Checkliste hilft, den richtigen Webhoster zu finden, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben. Sie ist nach Wichtigkeit geordnet: Die ersten Punkte entscheiden, die letzten sind Feinheiten.

Kosten: was am Ende wirklich fällig wird

  1. Extrem günstige Angebote meiden. Niedrige Preise gehen fast immer zulasten von Service und Leistung. Etwas mehr zu zahlen ist billiger als ein Umzug nach einem halben Jahr.

  2. Preis nach dem Aktionszeitraum prüfen. Viele Tarife sind im ersten Jahr rabattiert. Rechnen Sie mit dem Preis, der danach gilt.

  3. Versteckte Zusatzkosten aufspüren. Domain-Transfer, weitere E-Mail-Konten, zusätzliche Domains, Einrichtungsgebühr: Fragen Sie danach, statt es im Kleingedruckten zu suchen. Fußnoten auf der Angebotsseite sind ein Hinweis darauf, dass es welche gibt.

  4. AGB lesen. Mühsam, aber dort stehen Kündigungsfristen, Zahlungsbedingungen und Grenzen der Leistung.

  5. Sonderangebote nicht überbewerten. Ein Rabatt mit Ablaufdatum soll die Prüfung verkürzen. Genau das sollten Sie nicht zulassen.

Support: erreichbar, wenn es brennt

  1. Keine kostenpflichtigen Hotlines. Ein seriöser Anbieter lässt sich Hilfe nicht pro Minute bezahlen. Achten Sie auf eine kostenfreie Nummer oder einen anderen Weg.

  2. Mehrere Kontaktwege prüfen. E-Mail, Telefon, Supportforum. Wichtig ist nicht die Zahl der Kanäle, sondern dass mindestens einer schnell antwortet.

  3. Support vorher testen. Schreiben Sie eine Anfrage und rufen Sie einmal an, bevor Sie Kunde werden. Die Antwortzeit vor dem Vertrag ist die beste Antwortzeit, die Sie je bekommen.

  4. Supportforum ansehen. Wenn es eines gibt: Wie alt sind die unbeantworteten Beiträge? Das sagt mehr als jedes Versprechen.

Technik: was Sie auf dem Webspace dürfen

  1. Skripte klären. Dürfen Sie PHP- oder Perl-Skripte installieren, und gibt es Einschränkungen dabei?

  2. Grenzen erfragen. Traffic-Limits, Speicherplatz, Zahl der Datenbanken. Was heute reicht, kann in einem Jahr knapp sein.

  3. Bestellabwicklung. Wie lange dauert es, bis der Webspace nutzbar ist? Tage sind bei einem eingespielten Anbieter nicht nötig.

Recherche: was andere erlebt haben

  1. Bewertungen und Testberichte suchen. Fragen Sie zusätzlich in Foren nach Erfahrungen. Ein einzelner verärgerter Kunde sagt wenig, ein Muster über Jahre sagt viel.

  2. Referenzkunden prüfen. Lassen Sie sich Referenzen nennen und rufen Sie diese Seiten auf. Wie schnell laden sie?

Sicherheit: was passiert, wenn etwas schiefgeht

  1. Backups klären. Sichert der Webhoster automatisch, wie weit reichen die Sicherungen zurück, und kommen Sie selbst an sie heran? Eine Sicherung, die nur der Support einspielen kann, kostet im Notfall Stunden.

  2. Serverstandort erfragen. Für Seiten mit deutschen Besuchern ist ein Standort in der EU sinnvoll: kürzere Laufzeiten und eine klare Rechtslage bei personenbezogenen Daten.

  3. Verschlüsselung prüfen. Ein TLS-Zertifikat gehört heute in jeden Tarif. Wird es extra berechnet, ist das ein Zeichen für einen veralteten Anbieter.

Häufige Fragen zur Wahl des Webhosters

Woran erkenne ich einen unseriösen Anbieter?

An fehlenden Angaben. Wer Preise für Zusatzleistungen, Vertragslaufzeit oder Kontaktmöglichkeiten nicht offen nennt, hat einen Grund dafür.

Ist ein teurer Tarif automatisch besser?

Nein. Entscheidend ist das Verhältnis von Preis und Leistung, nicht die Höhe allein. Vergleichen Sie gleiche Leistungen miteinander.

Kann ich den Anbieter später wechseln?

Ja, aber es kostet Zeit. Dateien, Datenbank, Domain und E-Mail-Konten müssen umziehen. Deshalb lohnt die Prüfung vorher.

Brauche ich überhaupt einen eigenen Webhoster?

Nicht zwingend. Wer nur eine kleine Seite braucht und sich mit Technik nicht befassen will, kommt mit einem Homepagebaukasten weiter.

Bevor Sie sich entscheiden

Nehmen Sie sich die Zeit für zwei oder drei Vergleiche. Ein Wechsel später kostet mehr als eine Woche Prüfung jetzt. Notieren Sie sich zu jedem Anbieter die Antworten auf die Punkte oben, dann steht die Entscheidung am Ende von selbst da.

Wer mit Gratisangeboten liebäugelt, sollte vorher wissen, was dahintersteckt: Jetzt nachlesen, wo bei kostenlosem Webhosting die Falle liegt.