Domain umziehen: so wechselt Ihre Adresse zum neuen Anbieter
Sie wollen den Anbieter wechseln, aber Ihre Adresse behalten. Das ist Ihr gutes Recht, und es ist einfacher, als viele denken. Trotzdem passiert genau hier ein Fehler, der richtig teuer wird: Jemand kündigt beim alten Anbieter alles, auch die Domain. Ein paar Wochen später ist der Name gelöscht, und ein Fremder hat ihn registriert. Wer eine Domain umziehen will, muss zwei Dinge verstehen. Den Auth-Code und den Unterschied zwischen Umziehen und Kündigen.
Die zwei Regeln, die Ihre Domain retten: Kündigen Sie beim alten Anbieter nie die Domain, sondern nur den Tarif, und das erst nach dem Umzug. Und richten Sie beim neuen Anbieter Webspace und Postfächer ein, bevor Sie den Umzug starten. Wer sich daran hält, verliert weder Adresse noch Mails. Wer zuerst kündigt, riskiert, dass ein Fremder den Namen registriert.
Was bei einem Domain-Umzug passiert
Ihre Domain ist bei einer Vergabestelle eingetragen, für .de bei der DENIC. Dort steht auch, welcher Anbieter die Domain für Sie verwaltet. Bei einem Umzug ändert sich nur dieser Eintrag. Sie bleiben Inhaber, der Name bleibt gleich. Nur die Zuständigkeit wandert vom alten zum neuen Anbieter. Fachleute sagen dazu Transfer oder Providerwechsel.
Damit nicht jeder Ihre Domain einfach zu sich holen kann, braucht der neue Anbieter einen Nachweis, dass Sie den Umzug wollen. Dieser Nachweis ist der Auth-Code.
Der Auth-Code: Ihr Schlüssel für den Umzug
Der Auth-Code ist eine Zeichenfolge, ähnlich einem langen Passwort. Je nach Anbieter heißt er auch AuthInfo, Transfercode oder Freigabecode. Sie bekommen ihn vom alten Anbieter, meist im Kundenmenü bei der Domain. Manchmal müssen Sie ihn beim Support anfordern.
Der Code ist nur eine begrenzte Zeit gültig. Bei .de-Domains sind es höchstens 30 Tage, danach brauchen Sie einen neuen. Bei anderen Endungen legt der Anbieter die Frist fest. Wer eine Domain umziehen will, fordert den Code deshalb erst an, wenn der neue Anbieter bereit ist. Und geben Sie ihn nur dem neuen Anbieter, niemandem sonst.
Ein alter Anbieter darf Ihnen den Code nicht grundlos verweigern. Verzögert er die Herausgabe, setzen Sie ihm schriftlich eine Frist. Offene Rechnungen sollten Sie vorher bezahlen, sonst gibt es Streit.
Umziehen ist nicht Kündigen
An dieser Stelle verlieren Leute ihre Domain. Im Kundenmenü vieler Anbieter stehen zwei Möglichkeiten nebeneinander, die ähnlich klingen und völlig anders enden.
Kündigen Sie beim alten Anbieter erst dann, wenn der Umzug abgeschlossen ist. Und kündigen Sie dann nur den Tarif, nicht die Domain. Bei vielen Anbietern endet die Verwaltung der Domain nach einem erfolgreichen Umzug ohnehin automatisch. Fragen Sie im Zweifel beim Support nach und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
Domain umziehen in sieben Schritten
1. Prüfen, ob Sie der Inhaber sind
Nur der Inhaber darf einen Umzug veranlassen. Sehen Sie im Kundenmenü nach, wer eingetragen ist. Steht dort eine Agentur oder ein früherer Mitarbeiter, klären Sie das zuerst. Warum das so wichtig ist, steht auf der Seite Domain registrieren.
2. Neuen Anbieter vorbereiten
Bestellen Sie den neuen Tarif und richten Sie dort Webspace und Postfächer ein, bevor die Domain umzieht. Sonst zeigt die Adresse nach dem Umzug auf einen leeren Server, und Mails kommen zurück. Wenn auch die Webseite selbst umziehen soll, folgen Sie der Anleitung Website umziehen.
3. Sperre aufheben
Viele Domains haben eine Transfersperre, die ungewollte Umzüge verhindert. Heben Sie sie im Kundenmenü des alten Anbieters auf. Bei .com und anderen internationalen Endungen gilt außerdem eine Sperre von 60 Tagen nach der Registrierung oder dem letzten Umzug. In dieser Zeit ist kein Wechsel möglich.
Ist bei Ihrer Domain DNSSEC eingeschaltet, ein Schutz gegen gefälschte DNS-Antworten, klären Sie mit beiden Anbietern, wie die Schlüssel übergeben werden. Sonst ist die Domain nach dem Umzug für einige Zeit nicht erreichbar. Oft ist es am einfachsten, DNSSEC vor dem Umzug abzuschalten und beim neuen Anbieter danach wieder einzuschalten.
4. Auth-Code anfordern
Lassen Sie sich den Code anzeigen oder zuschicken. Notieren Sie ihn sorgfältig. Bei Codes mit ähnlichen Zeichen wie l und I lohnt sich Kopieren statt Abtippen.
5. Umzug beim neuen Anbieter beauftragen
Beim neuen Anbieter wählen Sie bei der Domain „Umzug“ oder „Transfer“, nicht „Neu registrieren“. Geben Sie den Domainnamen und den Auth-Code ein.
6. Bestätigen und abwarten
Je nach Endung bekommen Sie eine Mail, in der Sie den Umzug bestätigen müssen. Lesen Sie in dieser Zeit Ihr Postfach. Bei .de geht der Umzug oft innerhalb weniger Stunden durch, sobald der richtige Code vorliegt. Bei .com und den meisten internationalen Endungen hat der alte Anbieter bis zu fünf Tage Zeit, dem Umzug zu widersprechen. Widerspricht er nicht, geht der Umzug danach automatisch durch. Rechnen Sie dort also mit bis zu einer Woche.
7. Prüfen und den alten Tarif beenden
Ist der Umzug durch, prüfen Sie, ob die Seite erreichbar ist und ob Mails ankommen. Kontrollieren Sie die DNS Einträge beim neuen Anbieter. Erst danach kündigen Sie den alten Tarif.
Was mit Ihren E-Mails passiert
E-Mails hängen an der Domain. Sobald die Domain beim neuen Anbieter ist, landen neue Mails in den Postfächern dort. Gibt es diese Postfächer noch nicht, gehen Nachrichten verloren. Legen Sie deshalb in Schritt 2 alle Adressen an, die Sie nutzen, auch Weiterleitungen und Sammeladressen wie info@ oder kontakt@.
Alte Nachrichten ziehen nicht automatisch mit. Sichern Sie sie vorher oder übertragen Sie sie im Mailprogramm. Wie das geht, steht auf der Seite zur eigenen E-Mail-Adresse.
Wenn der Umzug hängt
Code ungültig. Ist er abgelaufen oder falsch abgeschrieben, fordern Sie einen neuen an.
Sperre noch aktiv. Prüfen Sie im alten Kundenmenü, ob die Transfersperre wirklich aufgehoben ist.
Inhaberdaten veraltet. Stimmt die hinterlegte E-Mail-Adresse nicht mehr, kommt die Bestätigung nicht bei Ihnen an. Aktualisieren Sie die Daten beim alten Anbieter.
Alter Anbieter reagiert nicht. Setzen Sie eine Frist. Bei .de-Domains können Sie sich in festgefahrenen Fällen als Inhaber direkt an die DENIC wenden.
Häufige Fragen zum Domain umziehen
Ist meine Seite während des Umzugs offline?
Nicht, wenn der neue Anbieter vorbereitet ist. Für kurze Zeit können manche Besucher noch den alten Server sehen.
Kostet ein Domain-Umzug Geld?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei manchen Endungen wird beim Umzug die Laufzeit um ein Jahr verlängert und berechnet. Fragen Sie den neuen Anbieter vorher.
Kann ich auch nur die Domain umziehen und den Webspace behalten?
Ja. Dann tragen Sie beim neuen Domain-Anbieter die Adresse Ihres bisherigen Servers in die DNS-Einstellungen ein.
Was passiert, wenn ich den Auth-Code verliere?
Nichts Schlimmes. Fordern Sie einfach einen neuen an. Der alte wird dann meist ungültig.
Sicher zum neuen Anbieter
Ein Domain-Umzug ist Routine, wenn Sie die Reihenfolge einhalten: neuen Anbieter vorbereiten, Code holen, Umzug beauftragen, prüfen und erst dann kündigen. Wer eine Domain umziehen will, sollte vorher auch den neuen Anbieter gründlich prüfen, etwa mit der Checkliste zur Wahl des Webhosters.
Nach dem Umzug lohnt ein Blick in die DNS-Einstellungen beim neuen Anbieter. Dort entscheidet sich, ob Webseite und Mails wirklich am richtigen Ort ankommen.