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Domain registrieren: Schritt für Schritt zur eigenen Adresse

Der Wunschname ist schnell gefunden. Dann zeigt der Domain-Check: vergeben. Der zweite auch. Beim dritten klappt es, aber nach einem Jahr kommt Post vom Anwalt, weil der Name einer Firma zu ähnlich ist. Oder die Agentur, die damals alles eingerichtet hat, hat die Domain auf sich selbst eingetragen, und jetzt kommen Sie nicht mehr heran. Eine Domain registrieren dauert nur ein paar Minuten. Die Fehler dabei kosten Monate. Mit sechs Schritten umgehen Sie die Fallen.

Was eine Domain technisch ist und wie Endungen und Subdomains funktionieren, steht auf der Seite Was ist eine Domain. Hier geht es ums Praktische. Fachbegriffe wie Registrar oder TLD können Sie jederzeit im Webhosting Glossar nachschlagen.

Das Wichtigste in Kürze: Wer eine Domain registrieren will, lässt sich selbst oder die eigene Firma als Inhaber eintragen. Prüfen Sie den Namen vor der Bestellung im Markenregister. Vergleichen Sie den Preis ab dem zweiten Jahr, nicht den Lockpreis. Der teuerste Fehler ist ein falscher Inhaber: Dann gehört Ihre Adresse rechtlich jemand anderem, und Sie müssen sie im Streitfall zurückholen.

Wer an der Registrierung beteiligt ist

Eine Domain kaufen Sie nicht im Laden. Wer eine Domain registrieren lässt, mietet sie über eine Kette von drei Beteiligten. Das zu wissen hilft später, wenn es um einen Umzug oder einen Streit geht.

Schaubild: Sie als Domaininhaber beauftragen Ihren Anbieter, der die Domain bei der Vergabestelle registriert, für .de ist das die DENIC

Für jede Endung gibt es eine Vergabestelle, die das zentrale Verzeichnis führt. Für .de ist das die DENIC in Frankfurt am Main. Privatleute und Firmen registrieren aber fast nie direkt dort. Sie gehen über einen Anbieter. Das ist in der Regel Ihr Webhoster. Er reicht den Auftrag weiter und kassiert die jährliche Gebühr.

Am Ende zählt, wer als Inhaber eingetragen wird. Der Inhaber ist rechtlich derjenige, dem die Domain zusteht. Das müssen Sie sein, oder Ihre Firma. Nicht der Anbieter, nicht die Agentur, nicht der Neffe, der die Seite gebaut hat.

Domain registrieren in sechs Schritten

Sechs Schritte zur eigenen Domain: Namen sammeln, Verfügbarkeit prüfen, Markenrecht prüfen, Anbieter wählen, Inhaberdaten eintragen, mit Webspace verbinden

Schritt 1: Namen sammeln

Bevor Sie eine Domain registrieren, schreiben Sie fünf bis zehn Ideen auf, nicht nur eine. Ein guter Name ist kurz, leicht zu buchstabieren und ohne Erklärung verständlich. Machen Sie den Telefontest: Sagen Sie den Namen laut, und lassen Sie ihn jemanden aufschreiben. Wird er falsch geschrieben, verlieren Sie später Besucher.

Vermeiden Sie Bindestriche, wenn es geht, und Zahlen, die man auch als Wort schreiben könnte. Bei „4you“ oder „for-you“ weiß niemand, welche Schreibweise gilt.

Schritt 2: Verfügbarkeit prüfen

Jeder Anbieter hat einen Domain-Check auf seiner Seite. Sie geben den Namen ein und sehen sofort, welche Endungen noch frei sind. So sieht das Ergebnis einer solchen Abfrage typischerweise aus:

Beispiel einer Domainabfrage für baeckerei-schmidt: die .de-Adresse ist vergeben, Varianten mit Ort, Tätigkeit oder der Endung .shop sind frei

Ist Ihre Wunschdomain vergeben, haben Sie drei Möglichkeiten: eine andere Endung, eine leichte Abwandlung des Namens oder ein ganz neuer Name. Die dritte Möglichkeit ist oft die beste, weil zwei sehr ähnliche Adressen Besucher verwirren.

Bei der Endung gilt: Für ein deutsches Publikum ist .de die erste Wahl, weil sie vertraut ist. Wer international auftritt, nimmt zusätzlich .com. Neue Endungen wie .shop oder .online sind möglich, aber vielen Menschen weniger geläufig.

Welche Namen bei .de erlaubt sind

Nicht jede Zeichenfolge ist als Domain zulässig. Wer eine .de-Domain registrieren will, hält sich an diese Regeln der DENIC:

  • Der Name vor dem Punkt ist 1 bis 63 Zeichen lang.
  • Erlaubt sind die Buchstaben a bis z, die Ziffern 0 bis 9 und der Bindestrich. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle.
  • Ein Bindestrich darf nicht am Anfang oder am Ende stehen und nicht gleichzeitig an der dritten und vierten Stelle.
  • Umlaute wie ä, ö, ü und das ß sind erlaubt, dazu eine Reihe weiterer Sonderzeichen.
  • Seit 2009 sind auch einstellige Namen und Namen aus reinen Ziffern möglich.

Domains mit Umlauten heißen IDN, internationalisierte Domainnamen. Im Hintergrund werden sie in eine Form aus einfachen Buchstaben übersetzt, aus müller.de wird zum Beispiel xn--mller-kva.de. Browser zeigen trotzdem die Schreibweise mit ü an. Bei E-Mail-Adressen und älteren Programmen klappt das nicht überall. Wer eine Umlaut-Domain registriert, sichert deshalb am besten die Schreibweise mit ue gleich mit und nutzt sie für die E-Mail-Adressen.

Schritt 3: Markenrecht prüfen

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und kostet am meisten. Ist ein Name als Marke geschützt oder klingt er sehr ähnlich wie eine bekannte Firma, droht eine Abmahnung. Dann müssen Sie die Domain abgeben und zahlen womöglich die Anwaltskosten der Gegenseite.

Suchen Sie den Namen im Register des Deutschen Patent- und Markenamts (DPMA) und in einer Suchmaschine. In Deutschland gelten auch EU-Marken. Die finden Sie in der kostenlosen Datenbank TMview, die die Register vieler Markenämter gemeinsam durchsucht. Prüfen Sie auch das Handelsregister, wenn Sie eine Firma gründen. Ein Name kann nämlich auch ohne eingetragene Marke geschützt sein, als Firmenname nach § 5 Markengesetz oder als Name einer Person nach § 12 BGB. Bei Zweifeln lohnt eine kurze Rechtsberatung, bevor Sie Visitenkarten drucken.

Schritt 4: Anbieter wählen

Sie können eine Domain allein registrieren oder zusammen mit einem Webhosting-Paket. Für Einsteiger ist das Paket meist bequemer: Domain, Webspace und E-Mail laufen über ein Kundenmenü, und alles ist schon miteinander verbunden. Bei vielen Tarifen ist mindestens eine Domain im Preis enthalten.

Achten Sie auf zwei Dinge. Erstens auf die Domain Kosten pro Jahr nach dem ersten Vertragsjahr, denn viele Angebote sind nur am Anfang billig. Zweitens darauf, ob Sie die Domain später ohne Gebühr zu einem anderen Anbieter mitnehmen können. Wie der Rest des Tarifs zu bewerten ist, zeigt die Checkliste zur Wahl des Webhosters.

Schritt 5: Inhaberdaten richtig eintragen

Bei der Bestellung geben Sie Name und Anschrift des Inhabers an. Tragen Sie hier echte und vollständige Daten ein. Bei einer Firma gehört die Firma selbst als Inhaber hinein, nicht der Geschäftsführer privat. Geben Sie eine E-Mail-Adresse an, die Sie dauerhaft lesen. An sie gehen Hinweise zur Verlängerung und Freigabecodes für einen Umzug.

Lassen Sie die Domain von jemand anderem registrieren, bitten Sie danach um eine Bestätigung, wer als Inhaber eingetragen ist. Bei .de-Domains gibt die DENIC dem Inhaber auf Anfrage Auskunft.

Schritt 6: Domain mit dem Webspace verbinden

Haben Sie Domain und Webhosting beim selben Anbieter gebucht, ist das meist schon passiert. Ihre Adresse zeigt automatisch auf Ihren Webspace. Liegen Domain und Webspace bei verschiedenen Anbietern, tragen Sie die Adresse des Servers in die DNS-Einstellungen der Domain ein. Wie das geht, erklärt die Seite DNS Einträge.

Danach dauert es einige Minuten bis wenige Stunden, bis die Domain überall erreichbar ist. Das ist normal und kein Fehler.

Was es kostet, eine Domain zu registrieren

Die Preise hängen von der Endung und vom Anbieter ab. Eine .de-Domain gehört zu den günstigen Endungen, viele neue Endungen sind deutlich teurer. Bezahlt wird jährlich. Vergleichen Sie immer den Preis ab dem zweiten Jahr, denn Lockangebote für das erste Jahr sind weit verbreitet. Zusatzleistungen wie besonderer Schutz der Inhaberdaten sind bei .de-Domains meist überflüssig, weil die DENIC die Inhaberdaten ohnehin nicht öffentlich anzeigt.

Woran Domains verloren gehen

Falscher Inhaber. Die Domain läuft auf Anbieter oder Agentur. Beim Streit oder Wechsel haben Sie dann schlechte Karten.

Abgelaufene Kreditkarte. Die Verlängerung scheitert, der Anbieter kündigt die Domain, und jemand anderes schnappt sie sich. Halten Sie Zahlungsdaten aktuell und lesen Sie Mails des Anbieters.

Markenrecht ignoriert. Siehe Schritt 3. Eine Abmahnung ist teurer als jede Domain.

Nur eine Schreibweise gesichert. Wird Ihr Name oft anders geschrieben, registrieren Sie die zweite Variante dazu und leiten Sie sie auf die Hauptadresse um.

Häufige Fragen zum Domain registrieren

Kann ich eine Domain für immer kaufen?

Nein. Sie mieten sie für jeweils ein Jahr, und der Vertrag verlängert sich meist automatisch. Solange Sie zahlen, bleibt sie Ihre.

Wie schnell ist eine Domain registriert?

Bei .de und .com meist innerhalb weniger Minuten nach der Bestellung. Bis sie überall im Netz erreichbar ist, kann es einige Stunden dauern.

Was mache ich, wenn meine Wunschdomain vergeben ist, aber nicht genutzt wird?

Sie können den Inhaber kontaktieren und ein Angebot machen. Oft ist ein neuer Name günstiger und schneller.

Brauche ich zu einer Domain auch E-Mail?

Nicht zwingend, aber es lohnt sich. Eine Adresse wie info@ihr-name.de wirkt seriöser als ein Freemail-Konto. Wie das geht, steht auf der Seite zur eigenen E-Mail-Adresse.

Kann ich die Domain später zu einem anderen Anbieter mitnehmen?

Ja. Sie brauchen dafür einen Freigabecode vom bisherigen Anbieter. Den Ablauf erklärt die Seite Domain umziehen.

Jetzt den Namen sichern

Gute Namen sind schnell weg. Wenn Sie einen passenden Namen gefunden und das Markenrecht geprüft haben, warten Sie nicht lange. Wer eine Domain registrieren will, sollte dabei auf den eigenen Namen als Inhaber und auf den Preis ab dem zweiten Jahr achten.

Liegen Domain und Webspace bei verschiedenen Anbietern, müssen Sie die beiden noch miteinander verbinden. Das geschieht über ein paar Einträge im DNS, die sich leichter setzen lassen, als ihr Name vermuten lässt.

Jetzt weiterlesen: DNS Einträge einfach erklärt