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Website umziehen: zum neuen Hoster wechseln ohne Ausfall

Der alte Hoster ist zu teuer geworden, der Support antwortet nicht mehr, oder die Seite ist einfach zu langsam. Wechseln wollen viele. Sie tun es aber nicht, weil sie Angst haben: dass die Seite tagelang offline ist, dass E-Mails verloren gehen oder dass am Ende gar nichts mehr funktioniert. Diese Angst ist verständlich, aber unnötig. Wer eine Website umziehen will, muss vor allem eines richtig machen: die Reihenfolge.

Ein Website-Umzug ist wie ein Wohnungsumzug

Niemand kündigt die alte Wohnung und schläft dann eine Woche auf der Straße, bis die neue fertig ist. Man richtet die neue Wohnung ein, zieht um, stellt einen Nachsendeauftrag und gibt die alte Wohnung erst danach zurück. Genauso funktioniert ein Umzug Ihrer Webseite.

Ihre Webseite besteht dabei aus bis zu vier Teilen, die alle mitmüssen:

  • Dateien: Bilder, Texte, Programmcode, alles, was im Webspace liegt.
  • Datenbank: bei WordPress, Shops und Foren der Ort, an dem Inhalte und Einstellungen gespeichert sind.
  • E-Mail-Postfächer: mit allen alten Nachrichten.
  • Domain: die Adresse, die am Ende auf den neuen Server zeigen muss.
Ablauf eines Umzugs in vier Schritten: neuen Tarif bestellen, Daten kopieren und testen, Domain umstellen, nach einigen Tagen den alten Vertrag beenden

Auf einen Blick: Wer eine Website umziehen will, hält diese Reihenfolge ein: neuen Tarif bestellen, kopieren, testen, Domain umstellen und erst dann kündigen. Für eine kleine Seite reicht meist ein Nachmittag, beide Verträge laufen ein paar Tage parallel. Der teuerste Fehler ist, zuerst zu kündigen: Dann ist die Seite offline, und Mails gehen verloren.

Sie wollen die Technik nicht selbst machen? Um eine Website umziehen zu lassen, müssen Sie kein Technikprofi sein. Die Schritte 4 bis 8 unten sind die technischen: Dateien kopieren, Datenbank übertragen, Zugangsdaten anpassen, testen, Postfächer anlegen. Viele Hoster bieten neuen Kunden einen Umzugsservice an, der genau diese Schritte übernimmt, oft kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr. Fragen Sie vor der Bestellung danach. Sie selbst erledigen dann nur drei Dinge: die Kündigungsfrist nachsehen (Schritt 1), den neuen Tarif bestellen (Schritt 2) und am Ende prüfen und kündigen (Schritt 10). Lesen Sie die übrigen Schritte trotzdem einmal, dann wissen Sie, was der Hoster für Sie tut.

Website umziehen in zehn Schritten

1. Alten Vertrag noch nicht kündigen

Wer eine Website umziehen will, kündigt zuletzt. Schauen Sie jetzt nur nach, wann der Vertrag frühestens endet und welche Kündigungsfrist gilt. Kündigen Sie erst, wenn alles beim neuen Hoster läuft. Ist die Frist knapp, kündigen Sie zum spätestmöglichen Termin und planen den Umzug davor.

2. Neuen Tarif bestellen, aber ohne Domain-Umzug

Bestellen Sie beim neuen Anbieter einen Tarif, der mindestens so viel kann wie der alte. Achten Sie auf dieselbe oder eine neuere PHP-Version und genug Datenbanken. Lassen Sie die Domain zunächst beim alten Anbieter. Viele Hoster geben Ihnen eine vorläufige Adresse, unter der Sie den neuen Webspace erreichen.

3. Vollständiges Backup anlegen

Bevor Sie irgendetwas anfassen, sichern Sie alles: Dateien und Datenbank. Speichern Sie die Sicherung auf Ihrem eigenen Rechner. Geht beim Umzug etwas schief, ist das Ihre Rückversicherung. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Website Backup.

4. Dateien kopieren

Laden Sie die Dateien per FTP oder besser per SFTP vom alten Webspace herunter und auf den neuen hoch. Ein FTP-Programm zeigt beide Seiten nebeneinander, wie zwei Ordner auf Ihrem Rechner. Bei vielen kleinen Dateien kann das eine Weile dauern. Manche Hoster bieten einen Umzugsdienst an, der das für Sie erledigt. Fragen Sie danach, es spart oft Stunden.

5. Datenbank übertragen

Im Kundenmenü des alten Hosters gibt es meist ein Werkzeug namens phpMyAdmin. Dort exportieren Sie die Datenbank als Datei. Beim neuen Hoster legen Sie eine leere Datenbank an und importieren die Datei. Bei WordPress gibt es auch Plugins, die Dateien und Datenbank in einem Rutsch umziehen, etwa Duplicator oder All-in-One WP Migration.

Zwei Stolperstellen beim Import:

  • Zeichensatz. Aktuelle WordPress-Datenbanken nutzen den Zeichensatz utf8mb4. Wählen Sie beim Export und Import denselben Zeichensatz, in phpMyAdmin also „utf-8“. Sonst stehen nach dem Umzug seltsame Zeichen wie „ä“ statt „ä“ auf der Seite.
  • Unterschiedliche Datenbanken. Läuft der alte Server mit MySQL 8 und der neue mit MariaDB, bricht der Import manchmal mit der Meldung „Unknown collation: utf8mb4_0900_ai_ci“ ab. Diese Sortierregel kennt MariaDB nicht. Fragen Sie den Support, oder ersetzen Sie sie in der Exportdatei durch utf8mb4_unicode_ci.

Sehr große Datenbanken scheitern in phpMyAdmin auch am Upload-Limit. Dann hilft der Support oder ein Import über SSH.

6. Zugangsdaten anpassen

Die neue Datenbank hat einen anderen Namen, einen anderen Benutzer und ein anderes Passwort. Diese Angaben stehen in einer Konfigurationsdatei Ihrer Seite, bei WordPress in der Datei wp-config.php. Tragen Sie dort die neuen Werte ein.

7. Auf dem neuen Server testen

Rufen Sie die Seite über die vorläufige Adresse des neuen Hosters auf. Klicken Sie sich durch: Startseite, Unterseiten, Kontaktformular, Login. Erst wenn alles funktioniert, geht es weiter. Fortgeschrittene können ihren eigenen Rechner über die sogenannte hosts-Datei schon auf den neuen Server zeigen lassen, während alle anderen noch den alten sehen.

8. E-Mail-Postfächer vorbereiten

Legen Sie beim neuen Hoster dieselben Postfächer an wie beim alten. Alte Nachrichten übertragen Sie, indem Sie im Mailprogramm beide Konten einrichten und die Ordner per Ziehen verschieben. Das funktioniert, wenn beide Konten per IMAP eingerichtet sind. Mehr dazu auf der Seite zur eigenen E-Mail-Adresse.

9. Domain umstellen

Jetzt erst zeigt die Domain auf den neuen Server. Senken Sie am Tag davor den TTL-Wert der DNS-Einträge auf einen kleinen Wert wie 300 Sekunden, dann greift die Umstellung schneller. Für die Umstellung selbst gibt es zwei Wege. Entweder ziehen Sie die Domain ganz zum neuen Anbieter um, mit einem Freigabecode vom alten. Den Ablauf beschreibt die Seite Domain umziehen. Oder Sie lassen die Domain, wo sie ist, und ändern nur die DNS-Einträge, damit sie auf den neuen Server zeigt. Wie das geht, steht unter DNS Einträge.

Schaubild: Nach der Umstellung sieht ein Besucher noch die alte Seite aus dem Zwischenspeicher, andere sehen bereits die neue

Die Umstellung wirkt nicht bei allen Besuchern im selben Moment. Rechner und Provider merken sich die alte Adresse für eine bestimmte Zeit. Diese Zeit heißt TTL. Deshalb sehen manche Besucher für einige Stunden noch die alte Seite. Solange die alte Seite noch läuft, ist das kein Problem. Ein Tipp: Ändern Sie in der Zeit kurz vor dem Umzug keine Inhalte mehr, sonst gibt es zwei verschiedene Stände.

10. Prüfen und erst dann kündigen

Warten Sie nach der Umstellung einige Tage. Prüfen Sie, ob neue Mails im neuen Postfach ankommen, ob das SSL-Zertifikat auf dem neuen Server aktiv ist und ob Formulare funktionieren. Läuft alles, sichern Sie den alten Webspace ein letztes Mal und kündigen den alten Vertrag.

Wenn beim Website umziehen etwas schiefgeht

Zu früh gekündigt. Der alte Vertrag endet, bevor der neue läuft. Die Seite ist offline, die Mails kommen nicht an.

Mails vergessen. Die Seite läuft, aber die Postfächer wurden nicht angelegt. Neue Mails gehen verloren oder kommen zurück.

Falsche Datenbank-Zugangsdaten. Die Seite zeigt nur „Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung“. Prüfen Sie Schritt 6.

Kein SSL auf dem neuen Server. Besucher sehen eine Sicherheitswarnung. Aktivieren Sie das Zertifikat direkt nach der Umstellung.

Alte Adressen im Inhalt. Steht in Ihren Texten noch die vorläufige Adresse des neuen Hosters, laufen Links und Bilder ins Leere. Suchen und ersetzen Sie sie vor dem Umstellen.

Wann Sie sich Hilfe holen sollten

Eine einfache Seite mit wenigen Unterseiten ziehen Sie an einem Nachmittag selbst um. Bei einem Shop mit laufenden Bestellungen oder einer Seite mit vielen Postfächern lohnt sich Hilfe. Viele Hoster bieten einen kostenlosen oder günstigen Umzugsservice für neue Kunden an. Fragen Sie danach, bevor Sie bestellen. Diesen Punkt sollten Sie auch bei der Wahl des neuen Webhosters berücksichtigen.

Häufige Fragen zum Website umziehen

Wie lange ist meine Seite beim Umzug offline?

Bei richtiger Reihenfolge gar nicht. Die alte Seite läuft weiter, bis die neue bereit ist. Für einige Stunden sehen manche Besucher die alte, andere die neue Version.

Verliere ich beim Umzug mein Google-Ranking?

Nicht, wenn Adressen und Inhalte gleich bleiben. Für Suchmaschinen ändert sich dann nur der Server. Ändern Sie beim Umzug nicht gleichzeitig die Struktur der Seite.

Kann ich die Domain beim alten Anbieter lassen?

Ja. Dann stellen Sie nur die DNS-Einträge auf den neuen Server um. Sie haben dann aber zwei Verträge und zwei Rechnungen.

Was kostet ein Umzug?

Selbst gemacht nur Zeit. Achten Sie beim alten Anbieter auf Gebühren für die Freigabe der Domain und beim neuen auf eine mögliche Einrichtungsgebühr.

Gut vorbereitet wechseln

Die Reihenfolge ist alles: neuen Tarif bestellen, Daten kopieren, testen, Domain umstellen, alten Vertrag kündigen. Wer seine Website umziehen will und sich daran hält, wechselt ohne Ausfall. Bevor Sie bestellen, prüfen Sie den neuen Anbieter gründlich, damit Sie nicht in einem Jahr wieder umziehen müssen.

Soll auch die Domain zum neuen Anbieter wechseln, brauchen Sie einen Freigabecode. An dieser Stelle verwechseln viele „umziehen“ mit „kündigen“, und das kann die Domain kosten.

Jetzt weiterlesen: Domain umziehen mit Auth-Code