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Onlineshop Hosting: was ein Shop vom Server verlangt

Der Newsletter ist raus, die Rabattaktion läuft, und genau jetzt lädt der Shop nicht mehr. Jede Minute Ausfall sind Kunden, die woanders kaufen. Oder die Seite läuft, aber der Bestellabschluss dauert so lange, dass viele vorher aufgeben. Bei einer normalen Webseite ist schlechtes Hosting ärgerlich. Bei einem Shop kostet es direkt Umsatz. Gutes Onlineshop Hosting ist deshalb kein Luxus. Es ist Teil der Kasse.

Für wen diese Seite ist: für alle, die einen Onlineshop eröffnen wollen oder deren Shop zu langsam ist. Wer nur ein paar Produkte verkaufen will, kommt mit einem Mietshop oft besser weg. Die Faustregel dazu steht im nächsten Abschnitt.

Kurz gesagt: Kleine Sortimente mit Standardfunktionen starten am einfachsten im Mietshop. Wer einen eigenen Shop betreibt, braucht einen Tarif, der die Anforderungen des Shopsystems erfüllt, täglich sichert und eine Testkopie bietet. Kartendaten gehören dabei nie auf den eigenen Server. Ein Ausfall am Aktionstag kann schnell mehr kosten als ein ganzes Jahr im größeren Tarif.

Warum ein Shop mehr verlangt als eine normale Webseite

Eine einfache Webseite zeigt jedem Besucher dieselben Seiten. Ein Shop rechnet bei jedem Klick: Er prüft den Lagerbestand, merkt sich den Warenkorb, berechnet Versandkosten und Steuern und schreibt Bestellungen in die Datenbank. Jeder Besucher bekommt eine eigene, frisch gebaute Seite. Das ist wie der Unterschied zwischen einem Prospektständer und einem Verkäufer, der jeden Kunden einzeln berät.

Deshalb muss Onlineshop Hosting mehr Rechenleistung, mehr Arbeitsspeicher und eine schnelle Datenbank bieten. Und weil Kundendaten und Bestellungen darin liegen, braucht er mehr Sicherheit.

Mietshop oder eigener Shop?

Vergleich: Ein Mietshop ist sofort startklar mit Technik beim Anbieter, ein eigener Shop auf Webspace bietet volle Kontrolle, verlangt aber Pflege

Beim Mietshop buchen Sie Software und Hosting zusammen bei einem Anbieter. Das ist wie ein Homepagebaukasten für Shops. Um Server, Updates und Sicherheit kümmert sich der Anbieter. Für den Start mit einem kleinen Sortiment ist das oft der einfachste Weg.

Faustregel: Ein Mietshop reicht, wenn alle drei Sätze auf Sie zutreffen.

  • Mein Sortiment ist überschaubar, ein paar Dutzend bis wenige Hundert Artikel.
  • Warenkorb, Zahlung und Versand in der Standardausführung genügen mir.
  • Niemand in meinem Betrieb will sich um Updates und Technik kümmern.

Brauchen Sie besondere Funktionen, etwa eine Anbindung an Ihre Warenwirtschaft, eigene Preise für Händler oder Artikel mit Hunderten Varianten, ist der eigene Shop meist die bessere Wahl. Rechnen Sie beim Mietshop auch die Gebühren pro Verkauf durch. Steigt der Umsatz, können sie mehr kosten als Hosting und Pflege eines eigenen Shops.

Beim eigenen Shop installieren Sie ein Shopsystem auf Ihrem Webspace. Bekannte Beispiele sind WooCommerce als Erweiterung für WordPress oder eigenständige Systeme wie Shopware. Dann brauchen Sie ein Shopsystem Hosting, das zu Ihrer Software passt. Darum geht es im Rest dieser Seite.

Was Onlineshop Hosting technisch mitbringen muss

Passende PHP-Version und Datenbank

Die meisten Shopsysteme sind in PHP geschrieben und speichern alles in einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Jedes Shopsystem nennt in seiner Dokumentation die Mindestanforderungen. Vergleichen Sie diese Liste mit der Leistungsbeschreibung des Tarifs, bevor Sie bestellen. Wer nur eine Sache prüft, sollte diese prüfen.

Genug Arbeitsspeicher

Shopsysteme brauchen deutlich mehr Arbeitsspeicher als eine einfache Seite. Als dieser Text entstand, empfahl WooCommerce mindestens 256 MB, Shopware 6 verlangte 512 MB. WooCommerce speichert Bestellungen außerdem seit Version 8.2 standardmäßig in eigenen Tabellen. Das Verfahren heißt HPOS und entlastet die Datenbank bei vielen Bestellungen spürbar. Ältere Shops stellen es in den Einstellungen um. Im Tarifblatt heißt der Wert meist „PHP memory_limit“. Fragen Sie nach, falls er nicht angegeben ist. Ist er zu niedrig, brechen Bestellungen oder Importe mit Fehlern ab.

Schneller Speicher und Cache

SSD-Speicher ist Standard. Ein Cache auf dem Server beschleunigt Kategorieseiten und Produktseiten spürbar. Viele Shopsysteme arbeiten mit eigenen Cache-Lösungen, die der Tarif unterstützen muss. Größere Shops profitieren zusätzlich von einem Objekt-Cache wie Redis. Er hält häufige Datenbankabfragen im Arbeitsspeicher bereit, sodass der Warenkorb nicht jedes Mal neu rechnen muss.

Cronjobs für Aufgaben im Hintergrund

Ein Shop erledigt vieles, während niemand hinschaut: Bestellmails verschicken, abgebrochene Warenkörbe aufräumen, Lagerbestände abgleichen. Dafür startet der Server in festen Abständen kleine Aufgaben, sogenannte Cronjobs. Prüfen Sie, ob Sie im Kundenmenü eigene Cronjobs anlegen dürfen.

SSL-Zertifikat

Ohne Verschlüsselung kein Shop. Browser warnen sonst beim Bestellabschluss, und Zahlungsanbieter verlangen HTTPS. Mehr dazu auf der Seite zum SSL-Zertifikat.

Tägliche Backups

In einem Shop ändern sich täglich Bestellungen und Kundendaten. Eine wöchentliche Sicherung bedeutet im Ernstfall bis zu sieben Tage verlorene Bestellungen. Achten Sie auf tägliche Sicherungen und eine eigene Kopie außer Haus. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Website Backup.

Testumgebung

Updates eines Shopsystems sind größer als bei einer einfachen Seite. Spielen Sie sie zuerst auf einer Kopie ein. Gute Tarife bieten dafür eine Staging-Funktion.

Zahlungen sicher abwickeln

Viele Shopbetreiber haben Angst vor dem Thema Zahlungsdaten. Die Lösung ist einfacher als gedacht: Lassen Sie die sensiblen Daten gar nicht erst auf Ihren Server.

Ablauf eines Kaufs: Die Kundin bestellt im Shop, gibt ihre Zahlungsdaten beim Zahlungsanbieter ein, und der Shop erhält nur die Meldung, dass bezahlt wurde

Binden Sie einen Zahlungsanbieter so ein, dass die Kundin ihre Karten- oder Kontodaten auf dessen Seite oder in dessen Eingabefeld eintippt. Ihr Shop erfährt nur, ob die Zahlung geklappt hat. Damit fallen die strengen Sicherheitsregeln der Kartenbranche zum größten Teil beim Zahlungsanbieter an, nicht bei Ihnen. Fast alle Zahlungsdienste arbeiten heute so. Für Sie bleiben dann nur die einfachsten Anforderungen aus dem Sicherheitsstandard der Kartenbranche, PCI DSS. Bei einer Weiterleitung zum Zahlungsanbieter oder einem eingebetteten Zahlungsfeld reicht in der Regel der kürzeste Selbstauskunftsbogen, SAQ A.

Kundendaten wie Name und Anschrift liegen trotzdem in Ihrem Shop. Deshalb gehören ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Hoster und ein Standort in der EU dazu. Die Hintergründe stehen auf der Seite Serverstandort Deutschland.

Wie groß muss der Tarif sein?

Die Zahl der Artikel ist nur ein grober Anhaltspunkt. Mehr zählt, wie viele Leute gleichzeitig einkaufen und wie viele Erweiterungen laufen. Die drei Stufen für Onlineshop Hosting geben eine Richtung vor, keine feste Grenze.

Drei Shopgrößen: klein mit großem Shared-Hosting-Tarif, mittel mit garantierter Leistung oder Managed vServer, groß mit eigenem vServer

Kleiner Shop, bis einige Hundert Artikel, ruhiger Besuch. Ein guter Webhosting-Tarif reicht, wenn er die Anforderungen Ihres Shopsystems erfüllt. Das ist meist Shared Hosting in einer der größeren Stufen.

Mittlerer Shop mit regelmäßigen Aktionen. Ein Tarif mit garantierten Ressourcen oder ein betreuter Server. Hier lohnt es sich, den Hoster vorab nach Erfahrungen mit Ihrem Shopsystem zu fragen.

Großer Shop oder starke Spitzen. Ein eigener vServer oder ein betreuter Server, der für Shops eingerichtet ist.

Woran Sie merken, dass Ihre Stufe nicht mehr reicht: Der Bestellabschluss dauert spürbar länger als sonst, der Hoster meldet, dass Sie Ressourcen überschreiten, oder Importe brechen mittendrin ab. Tritt das nur während Aktionen auf, hilft oft schon eine Stufe mehr für diese Zeit.

Starten Sie lieber eine Stufe größer als zu klein. Ein Wechsel nach oben ist beim selben Anbieter meist einfach, ein Ausfall während der ersten großen Aktion dagegen teuer.

Was Shops ausbremst

Riesige Produktbilder. Fotos direkt aus der Kamera machen jede Kategorieseite langsam. Verkleinern Sie sie vor dem Hochladen.

Zu viele Erweiterungen. Jede Erweiterung kostet Rechenzeit. Behalten Sie nur, was Sie wirklich nutzen.

Updates auf dem Live-Shop. Ein fehlgeschlagenes Update mitten im Tagesgeschäft legt den Verkauf lahm.

Keine Überwachung. Lassen Sie sich benachrichtigen, wenn der Shop nicht erreichbar ist. Viele Hoster bieten das an.

Aktionen ohne Ankündigung. Planen Sie einen großen Newsletter, sagen Sie dem Hoster Bescheid. Manche passen die Ressourcen vorübergehend an.

Häufige Fragen zum Onlineshop Hosting

Reicht normaler Webspace für einen Shop?

Für einen kleinen Shop oft ja, wenn der Tarif die Anforderungen des Shopsystems erfüllt und genug Arbeitsspeicher bietet. Spezielles Onlineshop Hosting brauchen Sie erst, wenn Sortiment und Besucherzahl wachsen.

Was kostet Hosting für einen Shop?

Das reicht von einem größeren Webhosting-Tarif bis zum eigenen Server. Wichtiger als der Preis ist, ob der Shop zu Spitzenzeiten stabil läuft.

Muss der Server für einen Shop in Deutschland stehen?

Nicht zwingend, ein Standort in der EU reicht für die DSGVO. Für deutsche Kunden sind kurze Wege aber ein Vorteil.

Kann ich mit dem Shop später den Hoster wechseln?

Ja, beim eigenen Shop schon. Planen Sie den Umzug in einer ruhigen Zeit, wie in der Anleitung Website umziehen beschrieben.

Der richtige Start für Ihren Shop

Gutes Onlineshop Hosting erkennen Sie daran, dass es die Anforderungen Ihres Shopsystems erfüllt, täglich sichert, eine Testumgebung bietet und bei Aktionen nicht einknickt. Preis, Vertrag und Support prüfen Sie mit der Checkliste zur Wahl des Webhosters.

Ist der Tarif gewählt, entscheidet das Tempo über den Umsatz. Große Produktbilder sind dabei der häufigste Bremsklotz.

Jetzt weiterlesen: So wird Ihr Shop schneller