Shared Hosting einfach erklärt: Vorteile, Nachteile und Grenzen
Wer zum ersten Mal Webspace sucht, landet fast immer bei Shared Hosting. Es ist die günstigste Art, eine Webseite ins Netz zu bringen. Trotzdem fragen sich viele: Wenn es so billig ist, wo ist der Haken? Und reicht das überhaupt für meine Seite? Für die meisten Seiten reicht es. Einen Haken gibt es trotzdem, und irgendwann wachsen manche Seiten heraus.
Auf einen Blick: Für Blogs, Vereinsseiten, Firmenauftritte und kleine Shops ist Shared Hosting die richtige Wahl. Achten Sie auf den Preis nach dem ersten Jahr, automatische Backups und offen genannte Leistungsgrenzen. Wechseln müssen Sie erst, wenn der Hoster meldet, dass Sie zu viel verbrauchen, und Bilder, Plugins und Cache schon aufgeräumt sind.
Was Shared Hosting ist
Ein Server ist ein Computer, der rund um die Uhr läuft und Webseiten an Besucher ausliefert. Ein eigener Server wäre für eine kleine Seite viel zu groß und zu teuer. Deshalb teilt der Anbieter einen Server unter vielen Kunden auf. Das Wort „shared“ heißt auf Deutsch „geteilt“.
Stellen Sie sich ein Mietshaus vor. Jeder Kunde hat seine eigene Wohnung mit eigenem Schlüssel. Niemand kommt in Ihre Wohnung, und Ihre Dateien sind von denen der Nachbarn getrennt. Treppenhaus, Heizung und Wasserleitung teilen sich aber alle. Beim Server sind das Prozessor, Arbeitsspeicher und Internetleitung.
Der Vermieter ist der Hoster. Er kümmert sich um das Haus: Er spielt Sicherheitsupdates ein, tauscht defekte Festplatten und überwacht den Betrieb. Sie müssen davon nichts wissen. Deshalb kommen Einsteiger mit Shared Hosting so gut zurecht.
Die Vorteile von Shared Hosting
Der Preis. Weil sich viele Kunden die Kosten teilen, ist ein Tarif deutlich günstiger als ein eigener Server. Für viele private Seiten und kleine Firmen reicht das schon als Grund.
Keine Serverpflege. Betriebssystem, Webserver und Datenbank pflegt der Anbieter. Sie kümmern sich nur um Ihre eigene Seite.
Einfache Bedienung. Sie verwalten alles über ein Kundenmenü im Browser: Domains, E-Mail-Postfächer, Datenbanken. Viele Tarife installieren WordPress oder andere Programme per Klick.
Alles in einem Paket. Meist sind Domain, Postfächer und ein SSL-Zertifikat schon dabei.
Die Nachteile, über die selten jemand spricht
Der laute Nachbar
Wenn eine andere Seite auf dem Server plötzlich sehr viel Besuch bekommt oder schlecht programmiert ist, braucht sie viel Rechenleistung. Dann kann Ihre Seite für eine Weile langsamer werden, obwohl Sie nichts geändert haben. Gute Anbieter begrenzen deshalb, wie viel jede Seite verbrauchen darf, und verteilen die Kunden so, dass Spitzen nicht alle treffen.
Die Hausordnung
Sie dürfen auf Shared Hosting nicht alles installieren. Eigene Serverprogramme, besondere Datenbanken oder Dienste, die dauerhaft im Hintergrund laufen, sind meist ausgeschlossen. Für eine normale Webseite, einen Blog oder ein Redaktionssystem wie WordPress brauchen Sie das nicht.
Wie die Wohnungen voneinander getrennt sind, hängt vom Anbieter ab. Üblich ist, dass jede Seite unter einem eigenen Benutzerkonto des Servers läuft und PHP für jedes Konto eigene Prozesse startet, etwa über PHP-FPM. Systeme wie CloudLinux sperren jedes Konto zusätzlich in einen eigenen Bereich, aus dem es nicht in fremde Verzeichnisse schauen kann. Fragen Sie den Hoster, wie er die Konten trennt. Eine klare Antwort ist ein gutes Zeichen.
Die gemeinsame Adresse
Oft teilen sich viele Seiten eine IP-Adresse. Für die Webseite selbst ist das kein Problem. SSL-Zertifikate funktionieren dank einer Technik namens SNI auch für viele Domains auf derselben Adresse, und Suchmaschinen werten Ihre Seite nicht wegen der Nachbarn ab.
Heikel wird es beim Mailversand. Verschickt ein Nachbar Spam über denselben Server, kann dessen IP-Adresse auf eine Sperrliste geraten, etwa bei Spamhaus. Dann landen auch Ihre Mails im Spamordner. Seriöse Anbieter verschicken Mails deshalb über eigene, getrennte Mailserver und überwachen deren Ruf. Ob eine Adresse gesperrt ist, prüfen Sie mit einer kostenlosen Abfrage wie dem Blacklist-Check von MXToolbox. Geben Sie dort die Adresse des Postausgangsservers ein, den Ihr Mailprogramm nutzt, nicht die Ihrer Webseite.
„Unbegrenzt“ ist nie unbegrenzt
Viele Tarife werben mit unbegrenztem Traffic oder Speicherplatz. In den AGB steht dann eine Klausel zur fairen Nutzung. Wer sehr viel verbraucht, wird gebremst oder gebeten, in einen größeren Tarif zu wechseln. Lesen Sie diese Stelle vor der Bestellung, damit Sie wissen, wo die Grenze liegt.
Für wen Shared Hosting die richtige Wahl ist
Für eine typische kleine oder mittlere Webseite ist ein geteilter Server genau die richtige Größe. Shared Hosting passt, wenn Sie zum Beispiel Folgendes planen:
- eine private Homepage mit Fotos und Texten
- einen Blog oder eine Vereinsseite
- eine Firmenseite mit Kontaktformular
- einen kleinen Shop mit überschaubarem Sortiment
- eine Seite mit WordPress Hosting und normalem Besuch
Weniger gut passt es für Seiten, die bei Aktionen plötzlich Tausende Besucher gleichzeitig haben, für große Shops oder für Software, die besondere Serverprogramme braucht.
Woran Sie merken, dass Sie die Grenzen erreichen
Bevor Sie wechseln, prüfen Sie, ob es wirklich am Server liegt. Oft ist die Seite selbst schuld: zu große Bilder, zu viele Plugins oder kein Cache. Das lässt sich in einem Nachmittag beheben. Erst wenn das nicht hilft, sind diese Zeichen ein Hinweis auf echte Grenzen:
Der Hoster meldet sich. Sie bekommen eine Mail, dass Ihre Seite zu viele Ressourcen verbraucht. Das ist das eindeutigste Signal.
Fehlermeldungen bei viel Besuch. Zu Stoßzeiten zeigt die Seite Fehler wie „503“ oder lädt gar nicht. Zu ruhigen Zeiten ist alles normal.
Das Kundenmenü zeigt rote Werte. Viele Anbieter zeigen an, wie viel Rechenzeit und Arbeitsspeicher Ihre Seite nutzt. Liegt der Wert dauerhaft am Limit, wird es eng.
Der nächste Schritt ist meist ein größerer Shared-Tarif beim selben Anbieter. Der Umzug dauert dann oft nur Minuten. Erst danach kommt ein vServer in Frage, auf dem Sie Rechenleistung für sich allein haben.
So wählen Sie einen guten Shared-Hosting-Tarif
Achten Sie auf diese Punkte, in dieser Reihenfolge:
- Preis nach dem ersten Jahr. Viele Angebote sind nur am Anfang billig.
- Backups. Sichert der Hoster automatisch, und kommen Sie selbst an die Sicherung heran?
- Aktuelle PHP-Version und genug Datenbanken. Wichtig für WordPress und ähnliche Programme.
- Angaben zu Ressourcen. Ein Anbieter, der Rechenleistung und Arbeitsspeicher pro Kunde nennt, verspricht nichts, was er nicht halten kann. Was die Angaben bedeuten, steht im nächsten Abschnitt.
- Serverstandort. Für deutsche Besucher ist ein Standort in Deutschland oder der EU sinnvoll. Warum, erklärt die Seite Serverstandort Deutschland.
Woran Sie gute Ressourcenlimits erkennen
Jeder Platz im Mietshaus hat Grenzen, auch wenn sie nicht in der Werbung stehen. Gute Anbieter nennen sie offen. Diese fünf Angaben sollten Sie kennen:
- CPU: wie viel Rechenzeit Ihre Seite gleichzeitig nutzen darf, oft als Zahl der Kerne oder in Prozent. 100 Prozent entsprechen meist einem Kern.
- Arbeitsspeicher (RAM): wie viel Speicher alle Ihre Prozesse zusammen belegen dürfen. Für WordPress mit einigen Plugins sollte es mindestens 1 GB sein.
- Gleichzeitige Prozesse: wie viele Anfragen Ihr Konto zugleich bearbeiten darf, manchmal „Entry Processes“ genannt. Ist der Wert erreicht, sehen weitere Besucher eine Fehlermeldung.
- I/O: wie schnell Ihr Konto von der Festplatte lesen und schreiben darf, angegeben in Megabyte pro Sekunde.
- Inodes: wie viele Dateien und Ordner Sie anlegen dürfen. Cache-Plugins und alte Backups füllen dieses Limit oft schneller als den Speicherplatz.
Ein Beispiel: Ein Tarif, der einen CPU-Kern, 2 GB Arbeitsspeicher und 20 gleichzeitige Prozesse nennt, sagt mehr als einer, der „unbegrenzte Leistung“ verspricht. Viele Hoster nutzen für diese Grenzen das System CloudLinux. Dann sehen Sie im Kundenmenü Kürzel wie CPU, PMEM, EP und IO und können ablesen, wie nah Ihre Seite an der Grenze läuft.
Häufige Fragen zum Shared Hosting
Ist Shared Hosting unsicher, weil ich den Server teile?
Nein, wenn der Anbieter seine Arbeit macht. Die Konten sind voneinander getrennt. Das größere Risiko ist fast immer die eigene Seite, etwa ein veraltetes Plugin.
Kann ich von Shared Hosting später auf einen größeren Tarif wechseln?
Ja. Beim selben Anbieter geht das meist per Klick. Zu einem anderen Anbieter ziehen Sie Dateien, Datenbank und Domain um.
Was ist der Unterschied zu einem vServer?
Beim vServer bekommen Sie einen fest zugeteilten Teil des Servers und volle Kontrolle. Dafür müssen Sie sich selbst um Updates und Sicherheit kümmern.
Ist kostenloser Webspace auch Shared Hosting?
Ja, nur mit deutlich mehr Einschränkungen. Was dahintersteckt, lesen Sie unter kostenloses Webhosting.
Ein guter Anfang für fast jede Seite
Shared Hosting ist für die meisten Webseiten die vernünftigste Wahl. Sie zahlen wenig, müssen keinen Server pflegen und können später ohne großen Aufwand wachsen. Wählen Sie nur einen seriösen Anbieter, die Checkliste zur Wahl des Webhosters hilft dabei.
Die meisten Seiten auf Shared Hosting laufen mit WordPress. Welche Werte im Tarif dafür stimmen müssen, steht auf der nächsten Seite.